Bob Lyng, 1946 – 2006
Trauer um einen Freund und Mentor

Bob Lyng
Es ist mir ein großes Bedürfnis, an dieser Stelle eines Menschen zu gedenken, der in der deutschen Musikbranche eine echte Institution darstellte und den ich als Mensch außerordentlich schätzen lernen durfte: Robert „Bob“ Lyng ist im vergangenen September im Alter von 60 Jahren nach langer Krankheit verstorben.
Bob Lyng war Manager und Künstlerberater, Journalist und Buchautor, aber in allererster Linie und im Tiefsten seines Herzens war Bob immer Musiker. Insofern sah er sich auch stets als „Anwalt“ der Künstler im (Vertrags-)“Kampf“ mit den Plattenfirmen. Unzählige hoffnungsvolle Musiker besuchten Bobs Seminare zum Thema „Musikbusiness“. Seine Fachbücher „Praxis im Musikbusiness“ und „Musik und Moneten“ erreichten Kultstatus und standen auch bei den Chefs der deutschen Musikfirmen im Regal. Mit seinem „Lexikon der Entertainment-Industrie“ hat sich Bob einen Lebenstraum erfüllt, und ich bin stolz, daran mitgearbeitet zu haben.
Mir werden die gemeinsamen pop.komm-Besuche in Köln in Erinnerung bleiben, mit tollen Gesprächen am Tag und Pitcher-weise Margharita am Abend. Sehr genossen habe ich auch unsere etwa monatlichen Treffen in Bobs Büro. Bei einigen Gläsern guten Weins diskutierten und philosophierten wir dort stundenlang. Bei niemandem habe ich soviel über Musik, das Geschäft mit der Musik, die deutsche und die englische Sprache und vieles mehr gelernt wie bei Bob Lyng.
Fast schon bizarr erscheint mir heute die Erinnerung an einen unserer letzten gemeinsamen Abende in Bobs Büro: Wir hörten Johnny Cash’ letztes (und posthum erschienenes) Album „American V – A Hundred Highways“, und Bob erklärte mir den tieferen biografischen Sinn der Stücke. Auch Bob hatte im Frühjahr 2006 zusammen mit seinem Musikerfreund und -partner Danny Kane ein letztes Album aufgenommen, und an diesem Abend spielte er mir die ersten fertig abgemischten Stücke vor, gleich nach Johnny Cash. Bobs Freunde haben sein letztes musikalisches Werk ebenfalls posthum veröffentlicht. Es heißt „Until My Dying Day“.
Bob, Du fehlst hier. Wherever you are, my friend: Cheerio.