Landen Sie Ihre Flieger nacheinander!
Performance-Tipp Nr. 4

Eine Landung nach der anderen – mehr geht nicht.
Immer wieder stelle ich bei meinen Mentalcoachings fest, dass meine Klienten sich selbst ein Bein stellen, indem sie versuchen, mehrere Herausforderungen gleichzeitig anzugehen.
Gerade im Sport erlebe ich dieses Phänomen immer wieder: “Jetzt liege ich ein Break hinten, das muss ich dringend aufholen”, sagt sich der Tennisspieler, “und selbst dann bin ich noch meilenweit vom Sieg entfernt.” Oder der Golfer: “Heute halte ich keinen Drive gerade, und selbst wenn das ausnahmsweise mal klappt, brauche ich bestimmt wieder drei Putts.”
Gleiches gilt oft auch für den normalen Büroalltag: So viele Punkte auf der To-do-Liste, dass man schon nach der Morgenbesprechung schier verzweifelt, wie das alles zu schaffen sein soll.
Machen Sie’s wie Beppo, der Straßenkehrer:
Denken Sie immer nur an den nächsten Besenstrich.
Meine Empfehlung: Halten Sie es wie Beppo, der Straßenkehrer aus Michaels Endes Märchenroman “Momo”. Der erklärte Momo einmal: “Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man. … Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, versteht Du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten. … Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.”
Beppo hat völlig Recht: Unterteilen Sie Ihre Herausforderungen in kleine Schritte, in einzelne Besenstriche. Konzentrieren Sie sich nur an den jeweils nächsten. Etwas Ähnliches hat auch Boris Becker einmal verraten, als er nach seinem mentalen Geheimnis gefragt wurde, wie er schier aussichtslose Matches so oft noch herumdrehen könne: “Ich konzentriere mich einfach immer nur auf den nächsten Ballwechsel.”

Machen Sie's wie die Fluglotsen: Eins nach dem anderen!
Vor einiger Zeit durfte ich einmal im Kontrollzentrum der Deutschen Flugsicherung bei Frankfurt den dortigen Fluglotsen über die Schulter schauen. Mein erster Eindruck bei einem Blick auf die Radarschirme war: “Wie können die Mädels und Jungs bei so viel Flugverkehr nur so ruhig bleiben?!”
Genau diese Frage stellte ich den Fluglotsinnen und -lotsen dann auch, und sie erklärten mir ihr System: Jeder ankommende Flieger erhält von der Flugsicherung einen eigenen Kontrollstreifen, auf dem die Kennung, die aktuelle Flughöhe und vieles mehr notiert sind. Diese Kontrollstreifen werden dann in der Reihenfolge der Landungen sortiert, so dass sich die Flugpiloten immer nur mit dem als nächstes landenden Flugzeug beschäftigen müssen. (Die Fluglotsen unter meinen Lesern mögen mir bei dieser groben Beschreibung jegliche Unkorrektheiten und Ungenauigkeiten verzeihen…)
Als ich am nächsten Tag vor einer “ewig” langen Liste von To-do-Punkten und einem Berg voll Arbeit am Schreibtisch saß, fielen mir die Fluglotsen mit ihren Kontrollstreifen wieder ein, und ich konzentrierte mich auf eine Landung nach der anderen, einen To-do-Punkt nach dem anderen.
Vergessen Sie nicht, Ihre Zwischenziele (jede einzelne Landung) auch zu genießen und sich dafür zu loben, dann stört es sie auch nicht, wenn immer wieder neue Flieger auf Ihrem Radar erscheinen. Denn jeder einzelne von ihnen ist eine Herausforderung, an deren Ende ein dickes Lob steht!