…Shooting Stars!
Im Fokus: Hollywood-Promi-Fotograf Brian To.
Brian To
Hollywood-Fotograf
Brian To ist seit 1990 erfolgreich als Fotograf unterwegs, nachdem er zuvor an der UCLA Film School studiert hat. Seine Karriere begann jedoch nicht hinter, sondern vor der Kamera: Als Model für berühmte Fotografen wie Greg Gorman, David LaChapelle und Steven Meisel. Besonderen Einfluss auf Brians späteren Stil als Fotograf hatte Herb Ritts. Dessen reine, oft sinnliche Herangehensweise an die Gesichter seiner Models war für Brians Stilfindung ein wahrer Segen.
Für Brian To gibt es nichts Schöneres auf der Welt, als einen wahrhaftigen Moment im Bild einzufangen. “Ich versuche, meinen Models ein ungezwungenes Umfeld zu schaffen, so dass sie die Reinheit des Moments genießen können”, erklärt der junge Fotograf.
Seine Reise in die Welt der Promi-Fotografie begann, als er Schauspieler Antonio Sabato Jr. für dessen Fitness-Buch “No Excuses – Workout for Life” vor die Linse nahm. Zudem bekam er früh die Chance, als Set-Fotograf bei zahlreichen Kinoproduktionen zu arbeiten. Er fotografierte Hollywood-Regisseure wie Bryan Singer und John Schlesinger. Die beiden inspirierten ihn letztendlich, seinen ersten eigenen Film “Audit” zu drehen, in dem unter anderem Judy Greer, Sally Kirkland und Alexis Arquette mitwirkten.

Calvin Klein model buddies: Brian To (left), Mark Wahlberg
Der Film feierte 2001 beim L. A. Film Festival Premiere und gewann kurz darauf den Ersten Preis in der Kategorie “Bester Kurzfilm” auf dem WIN Femme Film Festival. Das “Filmmaker Magazine” setzte Brian To 2002 auf Platz Nr. 5 seiner “25 New Faces of Indie Film”-Liste.
“Meine Regie-Erfahrung half mir zu verstehen, wie ich Schauspieler, Models und andere Prominente auch vor der Fotokamera zu Höchstleistungen anspornen kann”, erinnert sich Brian an seine Anfangszeit.
…personality matters!® hatte das Vergnügen, den Menschen und Künstler hinter solch wunderschönen Bildern zu interviewen, wie sie auf Brian To’s Website zu bewundern sind.
Brian, welche Erfahrungen in Deinem Leben hatten den größten Einfluss auf Deinen heutigen Beruf?
Ich war Filmstudent an der UCLA, habe dann eine Zeit lang gemodelt. Dabei durfte ich mit Fotografen wie Steven Meisel für eine “CK One”-Kampagne, die L’Uomo Vogue sowie für ein Cover der italienischen Vogue zusammenarbeiten. Ich erinnere mich daran, wie ich Meisel einige meiner Fotografien zeigte. Er meinte, ich würde wohl ein besserer Fotograf als Model sein, ob ich nun wollte oder nicht. Irgendwie hatte er wohl Recht.
Meine Model-Vergangenheit hilft mir,
ein guter Fotograf zu sein.
Was fasziniert Dich so an der Fotografie?

Brian To mit Heidi Klum
Fotografie fällt mir einfach leicht, für mich ist das etwas ganz Natürliches. Für jemanden wie mich, der Kino und Fernsehen liebt, ist es natürlich das Größte, in Los Angeles zu leben und Promis abzulichten. Ich träume trotzdem davon, später mal ein großer Modefotograf wie Herb Ritts zu werden. Ich mag es, Momente festzuhalten, die schmeichelhaft und einzigartig sind und noch weit über das hinausgehen, was die meisten Leute schön finden.
Wieviel von Deiner Persönlichkeit findet Eingang in Deine Arbeit?
Ich habe da eine recht freie Herangehensweise und bemühe mich, das Endergebnis nicht allzu sehr zu beeinflussen. Auch wenn es vielleicht so aussieht, als versuchte ich, störende Elemente zu eliminieren, um das Gesamtbild reiner zu gestalten. Ich achte sehr auf die richtige Positionierung: Entweder passe ich mich dem richtigen Kamerawinkel an oder ich zeige meinen Modellen, wie sie sich anpassen können. Das kann durch eine leichte Handbewegung geschehen, oder indem ich meinen eigenen Körper quasi als Spiegel für die Modelle einsetze. Da hilft mir wahrscheinlich meine Model-Vergangenheit, ein guter Fotograf zu sein.
Es ist wie beim Tanzen:
Posen kann eigentlich jeder lernen.
Posen vor der Kamera: Kann das jeder lernen? Oder helfen da angeborene Fähigkeiten?

Brad Pitt, Angelina Jolie
Ich denke, grundsätzlich kann das jeder lernen. Allerdings ist es immer leichter, wenn es vom Modell selbst auf natürliche Weise kommt und Du nichts sagen musst. Manche Leute fühlen sich vor der Kamera sehr wohl, geben sich ganz entspannt, sind kreativ und wissen genau, wie sie sich in die richtige Position bringen. Das ist ein bisschen wie Tanzen: Wenn Fotograf und Modell eine Einheit sind, ist es einfach wunderbar. Ich denke, das ist es, was sich jeder Fotograf wünscht. Das gibt Dir echt einen Kick.
Wer von den Promis lässt sich Deiner Meinung nach gut fotografieren?
Ich erinnere mich, wie ich Charlize Theron letztes Jahr bei den Oscars fotografiert habe. Sie kam herein, posierte und tanzte geradezu zum Knipsen meiner Kamera, ohne dass ich auch nur ein Wort sagen musste. Ihre Kontur und ihr Kleid waren so elegant, ihre Schultern und ihr Nacken waren entspannt, und ihre Mimik war einfach hinreißend zu fotografieren. Sie hat auch einen Model-Background. Das merkst Du den Leuten einfach an, weil Dein Job als Fotograf dadurch einfach so viel leichter wird. Wahrscheinlich arbeite ich deshalb so gerne im Mode- und Katalogbereich.
Charlize Theron kam herein, posierte einfach
und tanzte geradezu zum Knipsen meiner Kamera.
Immer wieder hört man “Die Kamera liebt ihn/sie einfach”. Ist da etwas dran?

Paris Hilton
Da ist sicherlich etwas dran. Ich weiß noch, wie ich Antonio Sabato für sein Fitness-Buch fotografiert habe. Mir kam es fast so vor, als könntest Du von ihm kein schlechtes Foto schießen. Bei manchen Menschen sehen Knochenbau und Körper selbst aus den übelsten Blickwinkeln und im schlechtesten Licht noch gut aus. Das gilt auch für die meisten Supermodels. Was sie von den anderen noch unterscheidet: Sie wissen instinktiv, wie sie den besten Winkel zur Kamera und das beste Licht finden.
Du propagierst einen “sauberen” Stil in der Fotografie. Was meinst Du damit?
Das erste Mal fühlte ich mich von der Fotografie wirklich angezogen, als ich diese sexy Unterwäsche-Werbung von Calvin Klein sah. Die wurde, glaube ich, vor einer weißen Wand irgendwo in Griechenland geschossen. Das war so simpel und rein, ohne irgendwelche Ablenkungen. Außer diesen eleganten, dunklen Schatten, die dem ganzen irgendwie Stärke verliehen und die Körperkonturen hervorhoben.
Meistens entfaltet diese Einfachheit die stärkste Wirkung und ist am deutlichsten in ihrer Wahrnehmung. Darum haben wahrscheinlich so viele Mode- und Kinoplakate diesen Style.